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Über mich:

An einem sonnigen Freitagnachmittag im März 1961 brülle ich meine ersten Vokale hinaus, in der Hoffnung sie würden als Verb verstanden werden. Mein erster Misserfolg!
Ich erkenne, dass es nicht gelingt mich verbal so mitzuteilen, dass ich verstanden werde, also versuche ich nach monatelangem Grübeln die nonverbale Variante.

Ich versuche mich an Lulu/Puder Reliefs, experimentiere mit Essensresten und kreiere surrealistische Kakao-Bilder auf Stoff. Monate später bekomme ich endlich einen Pinsel samt Farbe und male ein Stück Karton zur Gänze mit roter Farbe an. Die „Mamma“ – mein erstes geniales Werk. Und siehe da: ich werde endlich verstanden, abgebusselt und darf mich künstlerisch total gehen lassen! 1963 entstehen erste Gatsch-Skulpturen.

Die Kindheit verbringe ich zu einem großen Teil im Garten eines Schrebergartenhäuschens inmitten üppiger Flora und Fauna. Und da Kinder damals noch von 12 bis 15 Uhr „die Goschn“ halten mussten damit die Alten ihr Mittagsschläfchen genießen konnten, drängte sich mir die Frage auf; „Was tun?“ Die Notlage förderte meine Kreativität und somit konnte ich unbehelligt meinen spielerischen Experimenten nachgehen, allerlei Dinge sammeln und Neues erschaffen. Ich lerne schöpferisch zu denken.

Immer wieder zeigen mir unzählige Urlaube, Touren und Wanderungen die Schönheit und Vielfalt des Planeten Erde. Ich sammle ständig allerlei originelle Dinge in der Natur und erkenne Zusammenhänge - Das Leben ist bunt und ich bin „anders“!

Ich möchte leben, nicht nur existieren! Außerdem brauche ich ständig Input.
Also versuche ich mich im Laufe der Jahrzehnte in zahlreichen Jobs. Fazit: Alles wird irgendwann zur Routine und für mich damit unglaublich langweilig. Und das schlimmste von allem: Ich darf meine kreativen Geistesblitze und Ideen nicht einbringen.

Mit 40 erkenne ich, dass kein Job mich aushält. Vice versa brauche ich meinen persönlichen Freiraum um mich künstlerisch kreativ entfalten zu können.

Ich arbeite nun seit etwa 20 Jahren hauptsächlich mit verschiedensten Hölzern, Metall-Teilen, Steinen und allerlei Zeugs, dass eine Geschichte in sich trägt. Ebenso versuche ich nutzlos gewordene Teile wieder zu neuem Leben zu erwecken. Es gibt keine Grenzen mehr in meinem schöpferischen Geist - Ich bin Suchender, Finder, Erschaffer und Umwandler.

Zuletzt borge ich mir die Worte eines weisen Freundes und bin „zur Einsicht gekommen, dass ich über eine Gabe verfüge, zu deren Umsetzung ich verpflichtet bin, weil alle Abzweigungen von diesem Weg zuvor schmerzlich in die Irre geführt haben.“

Also – „mache ich mit diesen, meinen Arbeiten weiter - egal was geschieht!

 

Warum mache ich diese Art von Kunst?

Mir wurde von den Alten gelehrt, dass Verschwendung etwas ist, das nicht natürlich ist – also gewissermaßen abnormal oder krank. Nicht natürlich eben, also nicht der Natur entsprechend!

Durch unseren gesellschaftlichen Wandel schwinden langsam aber sicher unsere natürlichen Ressourcen. Vielen geht das völlig am Arsch vorbei. Selbstbefriedigung lautet das oberste Gebot. Die geschundene Arbeitsmaschine Mensch konsumiert in der kargen Freizeit das vermeintliche Glück, dass meist nicht lange verweilt. Dann beginnt das Spiel von vorne und mit zwei, drei Klicks ordert man sich die nächste Freude in Haus - als gäbe es kein Morgen. Die Zeche werden die nächsten Generationen zahlen müssen.

Die erfreuen sich dann am feinen „Round Up-Apferl“ Marke Bio-Schmäh und düsen mit ihren Hybrid-SUV‘s einem irrwitzigen rien ne va plus entgegen. Und verlumpte, korrupte Medien unterstützen den terrestrischen Raubbau mit Fake-News, welche jede gesunde menschliche Intelligenz zutiefst beleidigen. Zudem wird uns in allen möglichen Bereichen Nachhaltigkeit vorgegaukelt,

Sei es das Elektro-Auto oder die Errichtung von Luxuschalets neben einem Naturschutzgebiet – natürlich nur aus nachhaltigen exquisiten Materialien, umweltschonend hergestellt - damit sich ein Häufchen Superreiche für etwa 2 Wochen im Jahr mit Schampus auf der Terrasse an der Lieblichkeit unserer Natur ergötzen kann. Nachhaltig!?

Übrigens wird unter anderem auch in Chile das für die Herstellung von E-Motoren dringendst benötigte Lithium aus Salzseen gewonnen. Dass der Abbau des Leichtmetalls Millionen Hektoliter Wasser verschlingt, dadurch Flamingos vom Aussterben bedroht sind und indigene Bauern ihre Lebensgrundlage verlieren, damit die bereits erwähnten Chalets-Besitzer ihren gratis E-Porsche bis zur nächsten Szene-Bar und wieder zurück bewegen können, tangiert uns heimische Konsum-Junkies  meist nur peripher.

Wir haben zwar alle bereits von „Recycling“  gehört und wissen, dass der Begriff so etwas wie das Wiederverwerten/Aufbereiten von Produkten und Stoffen beschreibt, aber oft ist vielen von uns schon das Mülltrennen zu zeitaufwendig oder der Gang zum Glas- oder Papiercontainer zu beschwerlich.

Nun erzeugen sündteure Maschinen in aufwendigen Verfahren wieder neue Produkte die wir gar nicht bräuchten, damit die gewaltigen Müllberge bei uns ein wenig kleiner werden. Der grausliche, giftige Rest landet dann in Gegenden wie Agbogbloshie – wo es „eh‘ schon wurscht ist“.
Da von Nachhaltigkeit zu sprechen ist irgendwie so, als ob man Prokrustes zum smarten Viersterne-Hotelier der griechischen Antike gekürt hätte.

In den 90er Jahren wurde erstmals medial über den Begriff „Upcycling“ geschrieben – quasi eine kreative Zweckentfremdung eines bestimmten Stoffes/Produktes durch welche ein höherer Wert entstehen soll, natürlich auch mit dem Hintergedanken der Abfallvermeidung. In zahlreichen sogenannten Entwicklungsländern ein längst gebräuchliches Modell, wenngleich mit einem völlig anderen Hintergrund. In Mombasa z. B. liefen Einheimische schon vor 40 Jahren mit ausgedienten Autoreifen an den Füssen als Flip-Flop-Ersatz herum – Upcycling von Feinsten, wenn auch aus einer Notlage heraus. Das fand ich schon in jungen Jahren genial.

Also habe ich seit ich denken kann wiederverwertet. Manchmal aus purer finanzieller Not, manchmal um einfach spielerisch zu zeigen, was alles möglich ist. Deshalb stammen 90 Prozent der von mir verwendeten Materialen aus der Natur (etwa Totholz, div. Fundstücke oder Steine), von Recycling-Betrieben oder Schrottplätzen. Oft gelingt es mir auch diversen Kram zu ergattern, der ansonsten im Restmüll gelandet wäre.

In aufwendiger Handarbeit wird dann jedes einzelne Teil restauriert und zweckentfremdet.
Dann warten einzelne Teile oft monatelang auf geeignete Partner. Materialen, Struktur, Farben und Beschaffenheit müssen sich ergänzen. Ist die „Vision“ dann da, wird gesägt und gebohrt, gesäubert und geschliffen, gewachst, gebürstet und poliert. Meine Kunstgegenstände sollen in sich stimmig sein - sauber und gut verarbeitet. Keinesfalls werden die „Falten“ eines Werks mit „Botox“ weggespritzt, denn Risse im Holz oder Kratzer im Metall zeigen vom Leben des jeweiligen Teils.

Ich liebe es, wenn letztendlich aus praktisch „Nichts“ ein „Etwas“ wird, wenn sich einzelne vermeintlich unnütze Dinge zusammenfinden und auf einmal wieder eine Seele erfreuen. Außerdem fasziniert mich der Vorgang des Umgestaltens. Dem scheinbar Wertlosen versuche ich ein neues Leben, einen neuen Wert zu geben. Im eigentlichen Sinne bin ich wohl deshalb einfach ein Umwandler.